12/2013

Inhalt

  • Diesen Monat neu: Emotional führen
  • Aufgelesen: Peter Rosegger
  • Download: Jahresziel-Planung 2014

Neue Führung: Warmherzigkeit entwickeln

Wer hätte gedacht, dass der zurückliegende Newsletter solch’ hohe Wellen schlagen wird? Für alle, die an der momentanen Entwicklung hin zu „emotional führen“ zweifeln, ein kleiner „Nachschlag“ aus dem „Harvard Business Manager“, der ja nicht unbedingt zur anspruchslosesten Managerliteratur zählt:

Es gibt nach wie vor Führungskräfte, die Zuwendung und Freundlichkeit, ja sogar Warmherzigkeit gegenüber Mitarbeitern eher als Schwäche empfingen, während Distanz, Stärke und Selbstbewusstsein als besonders wünschenswerte Ausstrahlung gesehen werden. Eine Reihe höchst interessanter Studien zeigen, dass dies ein grober Denkfehler ist.

Mal abgesehen von der bekannten Tatsache, dass Menschen, die Arbeit aus Angst tun, lange nicht so produktiv sind wie wenn sie ihre Aufgabe mit Freude erledigen, gibt es gute Hinweise darauf, dass Führungskräfte besonders dann effektiv sind, wenn sie die zwischenmenschlichen Beziehungen pflegen. Mit eben solch’ weichen Attributen wie Freundlichkeit, Zuwendung und Warmherzigkeit.

  • Menschen, die Macht und Kompetenz ausstrahlen, ernten den Neid der anderen. Neid setzt sich aus Respekt (den wir uns alle wünschen) und Abneigung zusammen.
  • Fragt man Menschen in einem experimentellen Design, welche Art von Fortbildung sie für sich auswählen würden, setzen sie auf fachliche Seminare.
  • Gefragt, welche Veranstaltungen ihre Mitmenschen besuchen sollen, werden vor allem Soft-Skill-Themen genannt.
  • In einem anderen Experiment sollten die Probanden schildern, welche Erlebnisse sie vor allem geprägt haben - das sind auch hier wieder Dinge, welche ihre Stärke und Kompetenz betonen ("Habe mein Abitur mit 1,0 gemacht!").
  • Sollten sie aber etwas Bemerkenswertes über andere berichten, kamen vor allem weiche Faktoren heraus ("Er hat mich unterstützt als es mir schlecht ging!")
  • Unser Gehirn registriert im ersten Eindruck bei anderen Menschen Warmherzigkeit viel schneller als dessen Kompetenz. Auch beim Erkennen von Worten sind wir viel schneller, wenn es um "weiche" Begriffe geht.

Was folgt daraus? Wir befinden uns im Irrtum, wenn wir als Führungskräfte vor allem auf Stärke und Dominanz setzen. Wir sollten unsere Fähigkeit entwickeln, positiven Kontakt zu unseren Mitmenschen aufzubauen.

Allerdings: Wer ohne Selbstvertrauen und Kompetenz  warmherzig daherkommt, der erntet eher Mitleid - auch nicht gerade empfehlenswert. Wie so oft ist es die richtige Mischung: Diejenigen Führungskräfte sind erfolgreich, die beides gleichermaßen an den Tag legen.

Fazit: Die Autoren des Beitrags im Harvard Business Manager verwenden die Metapher des "Glücklichen Kriegers": Chefs sind dann gute Führungskräfte, wenn sie selbstbewusst und kompetent und gleichzeitig warmherzig sind. Statt letzteres als "zu weich" oder gar Schwäche abzutun, sollte man genau diese Seite deutlich stärker pflegen.

Quelle: Amy Cuddy / Matthew Kohut / John Neffinger: Freundlich führt am besten, Harvard Business Manager 9/2013 S. 20-30

Aufgelesen

Das Dasein ist köstlich,
man muss nur den Mut haben,
sein eigenes Leben zu führen.

Peter Rosegger, 1843-1918, österreichischer Schriftsteller

Download Jahresziel-Planung 2014:

Auch dieses Jahr lade ich Sie wieder ein, sich über das kommende Jahr Gedanken zu machen. Nehmen Sie sich zwischen Mitte Dezember und Ende Januar etwas Zeit und klären Sie (am besten schriftlich!):

Was muss in 2014 unbedingt geschehen und duldet keinen Aufschub (mehr)?
Was hätte ich in den zurückliegenden Jahren schon längst erledigen sollen?
Was ist „nice to have“?

Nutzen Sie den beigefügten Download, und sprechen Sie die Ergebnisse unbedingt mit Ihrem sozialen Umfeld ab. Viel Erfolg!

http://www.morat-akademie.de/files/Jahreszielplanung.pdf

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