Ausgabe 10/2010

Newsletter Nr. 99


Inhalt

  • Diesen Monat neu: Alles durcheinander?
  • Aufgelesen: Carl Schurz
  • Aktuell: Wer kennt Joe Caldart?

Diesen Monat neu: Alles durcheinander

Schreibtischplatten-Putzer aufgepasst! Wer ordentlich ist, schadet womöglich seinem Arbeitgeber und sich selbst. Das behaupten der amerikanische Managementprofessor Eric Abrahamson und sein Mitautor David Freedman in ihrem Buch "Das perfekte Chaos". Die Ordnung hat ja ihren Preis. Es kostet Zeit, sie zu schaffen. Dabei ist es nicht sicher, ob sich der Aufwand lohnt. Wenn aufräumen länger braucht als suchen, dann ist Ordnung ineffizient.
Manches spricht auch dafür, dass sie das Denken hemmt. Die Schreibtische bedeutender Wissenschaftler tragen meist Stapelgebirge - und sind deshalb ein Quell der Kreativität. Beim Umschichten treten Ideen und Gedanken miteinander in Verbindung und münden manchmal in Lösungen. Albert Einstein hielt den Freunden der Ordnung die Frage entgegen: "Wenn ein unordentlicher Schreibtisch auf einen unordentlichen Geist hinweist, worauf deutet dann ein leerer Schreibtisch hin?"
Sogar Schlamperei ist bisweilen segensreich. Hätte Alexander Fleming im August 1928 sein Labor am Londoner St. Mary Hospital aufgeräumt, bevor er in Urlaub ging, hätte er sich um eine Entdeckung gebracht. So aber fand er nach den Ferien ein Petrischale mit einer verschimmelten Bakterienkultur. Auffällig: die Bakterien in der Nachbarschaft des Schimmelpilzes hatten sich nicht vermehrt. Den Wirkstoff nannte er Penicillin.


Aufgelesen

Ideale sind wie Sterne:
Man kann sie nicht erreichen,
aber man sich danach orientieren.
Carl Schulz, * 1945, deutscher Schauspieler


Zum Schluss etwas Nachdenkliches

Kennen Sie Joe Caldart?

Das Drama der explodierten Ölplattform im Golf von Mexiko hat die Welt lange in Atem gehalten. BP hat monatelang versucht, das Bohrloch abzudichten. Robert Bea, Professor für Ingenieurwissenschaften in Berkley, Kalifornien, hat jetzt mitgeteilt, wer die Idee zur Lösung hatte, die letztlich funktioniert hat: Joe Caldart, Klempner aus St. Francis in Kansas. Ein Mann mit Tattoos, Nietengürtel, Harley-Davidson-Hemd und Stahlkappenschuhen, der sich mit kaputten Wasserleitungen auskennt: Der obere Stutzen des defekten Sicherheitsventils sollte als Anschlusspunkt genutzt und die

Wenige Firmenchefs ahnen, welches Potenzial in den Mitarbeitern steckt, die in der Hierarchie "unten" sind. Bei dauernder Hetze, ständigen Unterbrechungen, unzureichender Information und dem Fehlen von Anerkennung verkümmert dieses Potenzial.

Mit mehr als 4 Milliarden EUR im Jahr werden die krankheitsbedingten Ausfälle durch psychische Erkrankungen in Deutschland berechnet. Der arbeitsmedizinische Fokus auf Arbeitssicherheit und körperliche Belastungen stammt noch aus der Zeit der Industrialisierung vor 150 Jahren.

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