Ausgabe 09/2011

Inhalt

  • Diesen Monat neu: Die Geschichte vom Papst und dem Rabbi
  • Aufgelesen: Thales von Milet
  • Aktuell: neue Buchempfehlung

Diesen Monat neu: Die Geschichte vom Papst und dem Rabbi

Vor vielen Jahrhunderten entschied der Papst in Rom, dass die Juden die heilige Stadt verlassen müssten. Die Juden waren aber sehr beliebt, darum handelten die Bürger Roms einen Kompromiss mit dem heiligen Stuhl aus. Es sollte einen religiösen Disput zwischen dem Papst und dem Oberrabbi geben. Wenn der Rabbi gewinnt, sollten die Juden bleiben dürfen und wenn der Papst gewinnt, müssten sie gehen. Da aber der Oberrabbi kein Latein und der Papst kein Yiddish sprachen, verabredete man, dass der Disput in Zeichensprache stattfinden sollte.

Am Tag der Entscheidung saßen sich der Papst und der Rabbi schweigend gegenüber, bis der Papst seine Hand hob und drei Finger zeigte. Der Rabbi Moishe hob daraufhin seinerseits die Hand und zeigte seinen Zeigefinger. Als nächstes kreiste der Papst mit seinem Zeigefinger über seinem Kopf. Der Rabbi deutete mit dem Finger auf den Fußboden vor seinem Stuhl. Dann ließ der Papst Hostien und einen Kelch mit Wein kommen. Der Rabbi zog daraufhin einen Apfel aus der Tasche.

Plötzlich stand der Papst auf und sagte: "Ich beende diese Debatte, dieser Mann hat mich geschlagen, die Juden können bleiben."

Natürlich versammelten sich hinterher sofort die Kardinäle um den Papst und wollten wissen, was passiert war. Der Papst antwortete: "Zuerst hielt ich 3 Finger in die Luft, um die Besonderheit der katholischen Lehre zu unterstreichen, die an einen dreifaltigen Gott glaubt. Er hielt einen Finger in die Luft, um mich daran zu erinnern, dass es am Anfang einen Gott gab, aus dem unsere beiden Religionen entstanden sind.

Dann deutete ich in die Luft, um ihm zu zeigen, dass Gott überall ist. Er deutete auf den Boden um zu zeigen, dass Gott auch auf diesem Boden ist. Ich ließ einen Kelch kommen, um ihm zu zeigen, dass die Christen in jeder heiligen Messe von ihren Sünden erlöst werden. Er zeigte mir einen Apfel, um mich daran zu erinnern, dass wir alle unter dem Fluch der Erbsünde leben. Er hatte auf alles eine Antwort, was sollte ich machen?"

Um den Rabbi Moishe versammelten sich in der selben Zeit die Juden und wollten von ihm auch hören, was passiert war. Er erklärte den Umstehenden: "Erst erklärte mir der Pabst, wir hätten 3 Tage Zeit zu verschwinden. Ich drohte ihm mit dem Zeigefinger "nicht mit uns".

Dann bedeutet er mir, dass die ganze Stadt ringsum von Juden bereinigt werden würde. Ich aber deutete auf den Boden und erklärte: "Wir bleiben genau hier, wo wir schon immer gelebt haben".

"Und dann?" fragten die Umstehenden. "Was weiß denn ich", sagte der Rabbi, "dann ließ der Papst seine Vesper kommen und ich fing auch an etwas zu essen."

Aufgelesen

Die Hoffnung ist das einzige Gut,
das allen Menschen gemein ist.

Thales von Milet, ca. 600 v.Chr.,
gilt als Begründer der Philosophie

Aktuell: neue Buchempfehlung

Martin Wehrle: "Ich arbeite im Irrenhaus"

Der schonungslose Blick in die Abgründe der Unternehmenskulturen

Fazit: Wehrle leuchtet die Abgründe deutscher Unternehmen gleißend hell aus. Das ist witzig, unterhaltsam und mit Wiedererkennungs-Garantie. Vor allem aber ist es ein Aufruf an alle (vom Chef bis zum "kleinsten" Mitarbeiter) dem Wahnsinn ein Ende und sich selbst an die Arbeit zu machen.

ww.morat-akademie.de/buchempfehlung

Newsletter