Ausgabe 06/2010

Newsletter Nr. 95


Inhalt

  • Diesen Monat neu: Entscheidungen treffen 
  • Aufgelesen: Konfuzius 
  • Aktuell: neuer Download 
  • Zum guten Schluss: das Allerletzte

Diesen Monat neu:
Entscheidungen treffen - königliche Entscheidungsmatrix

Wir haben gelernt, vor wichtigen Entscheidungen analytisch vorzugehen und Vorteile und Nachteile aufzulisten - Erfolgsfaktoren zu benennen, Risiken abzuschätzen, Folgewirkungen zu berechnen und vieles mehr. Und doch behaupten viele Menschen, die besten Entscheidungen hätten sie aus dem Bauch heraus getroffen.

Gerd Gigerenzer, Psychologieprofessor und Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, gibt ihnen recht. Bauchentscheidungen sind das Produkt von einfachen Faustregeln. Diese sind uns meist gar nicht bewusst und basieren häufig auf nur einem einzigen Grund. Der Vorteil der Bauchentscheidung ist: Sie sind schneller, ökonomischer und in vielen Fällen sogar richtig.

Das analytische Vorgehen und langwierige Abwägen hat nach Gigerenzer drei wesentliche Nachteile:

  • Der erwartete Nutzen kann sich aus vielen einzelnen Merkmalen zusammensetzen, die sich nicht vergleichen lassen. Er ist nicht dingfest zu machen oder zu messen. 
  • Wer vor jeder Entscheidung das Maximum herausholen möchte, macht sich das Leben selbst schwer. 
  • Die Genügsamen, die sich mit dem zufrieden geben, was ihren Ansprüchen genügt, sind laut Studienergebnissen optimistischer und zufriedener mit ihrem Leben. 
  • Komplizierte Entscheidungsregeln liefern nicht automatisch die richtigen Ergebnisse. 
  • Das beste Kriterium entscheidet.

Gerade weil bei Bauchentscheidungen einfache Regeln zu Rate gezogen werden, liegen die Entscheider damit richtig. Eine Regel besagt: Take the best. Nimm das beste (nicht das erstbeste!) Kriterium und entscheide. Nur wenn sich kein relevanter Unterschied zeigt, nutze das zweitbeste Kriterium und so weiter. In zahlreichen Experimenten, die Gigerenzer in den letzten Jahren durchführte zeigte sich, dass diese einfache Methode den komplexen Entscheidungsmodellen, wie etwa der multiplen Regressionsanalyse, sehr oft überlegen war.

Der Entscheidungsforscher kam sogar zu dem Ergebnis: Gute Intuitionen müssen Informationen ignorieren. Wer Informationen zu einer Entscheidungssituation weg lässt, trifft die besseren Entscheidungen. "Weniger" ist immer dann besser, wenn die Zukunft unsicher ist und zu viele Störfaktoren wirksam sind.

Doch Vorsicht: Manchmal ist die Intuition auch falsch. Denn Menschen neigen auch dazu, am Bestehenden festzuhalten, sich an der Meinung anderer zu orientieren, solche Informationen wahrzunehmen, die zu ihrer vorgefassten Meinung passen und manches mehr, was unter die Rubrik "kognitive Dissonanzen" fällt. Sie wissen es eigentlich besser und entscheiden doch anders.
Wenn Sie, liebe Leser, ihre Intuition fördern und unterstützen wollen, sollten Sie den neuen Download "königliche Entscheidungsmatrix" nutzen. Vergeben Sie für jede Frage max. 10 Punkte. Bei Zustimmung "eher dazu hin" - bei Ablehnung "eher davon weg". Zählen Sie die Punkte zusammen, und bilden Sie die Endsumme. Was überwiegt: positiv oder negativ?


Aufgelesen

Wer das Ziel kennt, kann entscheiden,
wer entscheidet, findet Ruhe.
Wer Ruhe findet ist sicher,
wer sicher ist, kann überlegen,
wer überlegt, kann verbessern.

Konfuzius, chinesischer Philosoph, etwa 551-479 v.Chr.


Aktuell

Neuer Download - königliche Entscheidungsmatrix
Eine wirkliche Hilfe beim Finden von guten Lösungen ist der neue Download. Der folgende Link hilft weiter:
http://www.morat-akademie.de/files/Download_0510.pdf


Zum guten Schluss: Das Allerletzte

Lieber Horst Köhler, sehr geehrter Herr Bundespräsident!

Sie haben recht: Wenn man eine Armee hat, die viel Geld verschlingt, dann muss man sie auch einsetzen. Um die Unkosten wieder einzuspielen. Sprich: um wirtschaftliche Interessen zu schützen. Unsere Bundeswehr hält schon lange den Kopf hin für das Aushängeschild der deutschen Wirtschaft: die Rüstungsindustrie. Und jetzt machen Sie einfach einen auf beleidigte Leberwurst. Man hat Sie missverstanden, und Ihnen fehlt der Respekt vor dem Amt!

Ihre Vorgänger hatten es da leichter: Der Bundespräsident durfte schalten und walten wie ihm beliebte. Erinnern Sie sich noch an Heinrich Lübke mit Ehefrau Wilhelmine? Die als Grundschullehrerin mit strengem Regiment für "Zucht und Ordnung" im Amt sorgte? Dass jeder seiner Auftritte eine einzige Blamage für unser Deutschland war, hat das damalige Wirtschaftswunder glatt überspielt.

Oder Roman Herzog? Der den Politikern öfters gründlich "den Kopf gewaschen" und ausgesprochen hat, was die meisten von uns denken? Leider hat auch das nichts genützt.

Ja, und dann natürlich Richard von Weizsäcker! Einen besseren gab es nie! Der Philosoph unter den Bundespräsidenten. Er hätte sogar den Sprung ins "Preußische Herrenhaus" geschafft! Sie wissen nicht, was das ist? Dann beschäftigen Sie sich doch mit Marion Gräfin Dönhoff und deren Erinnerungen an Ostpreußen vor dem Zweiten Weltkrieg. Zeit haben Sie jetzt ja genug...


Weitere Informationen

Es gibt noch viele weitere interessante Informationen bei der Morat-Akademie – besuchen Sie uns!

http://www.morat-akademie.de

Ich freue mich, wenn Sie mich weiter empfehlen.
Wenn Sie Anregungen, Lob oder Kritik haben, schreiben Sie bitte:

mailto:service@morat-akademie.de 


 

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