Ausgabe 03/2012

Inhalt

  •  Diesen Monat neu: Demotivation vermeiden
  • Aufgelesen: Perikles
  • Aktuell: neue Buchempfehlung

Diesen Monat neu: Demotivation vermeiden

Frage: Man kann nicht motivieren, man kann nur Demotivation vermeiden. Worauf muss ich dabei achten?

Es ist ein Klassiker auf nahezu jedem Führungstraining: „Natürlich sollte man Mitarbeiter nicht demotivieren, das ist ja klar. Aber es gibt nun einmal Leute, da kann man machen, was am will, die kriegt man einfach nicht mehr motiviert. Die haben mit sich und der Welt abgeschlossen und machen maximal Dienst nach Vorschrift. Wie bekommt man diese Mitarbeiter denn motiviert?“

Eine feine Falle für jeden Trainer und Berater. Eine Zeitlang dachte ich, dass die Antwort doch nicht allzu schwer sei: „Überlegen Sie einfach, was Sie selbst in so einer Situation motivieren würde!“ Aber damit kommt man gerade recht: „Ich bin ganz anders. Mir muss man nur eine Aufgabe geben, dann lege ich mich ins Zeug und würde mich hüten, mich so hängen zu lassen! Es gibt eben Menschen, die wollen einfach nicht!“

Nun denn, wenn dieser Perspektivenwechsel nicht dazu führt, nach Antworten zu suchen, dann vielleicht dieser, der in Führungstrainings meist sehr viel Spaß macht. „Okay, Sie haben also Mitarbeiter, die nur sehr schwer zu motivieren sind. Drehen wir die Frage also einmal herum: Was müssten Sie tun, um diese Mitarbeiter noch weiter zu demotivieren, ihnen den letzen Rest von Interesse an der Arbeit zu nehmen?“

Die Teilnehmer lassen sich meist schnell auf diese Herausforderung ein, und los geht es. Im Nu sind ganze Pinwände gefüllt mit äußerst kreativen Ideen zur Demotivation von Menschen. Unglaublich, wie erfinderisch Führungskräfte auf diesem Gebiet sind. Wobei sehr schnell deutlich wird, dass die „KOPFSTAND-­-METHODE“ genau den zuvor missglückten Perspektivenwechsel bewirkt. Offenbar führt diese Frage bei den Führungskräften dazu, sich in all die Situationen zurückzuversetzen, in denen ihnen selbst der Spaß an einer Aufgabe gründlich verdorben wurde.

Mit der reichhaltigen Sammlung an Demotivations-Maßnahmen lässt sich die Diskussion vom Anfang wieder aufgreifen. Wenn Sie nun fragen, was die Mitarbeiter motivieren könnte, kommt sehr schnell die Antwort: „All das, was wir gerade gefunden haben, einfach unterlassen!“ Genau so funktioniert Führung durch Vermeidung von Demotivation.

Der andere Ansatz, der weniger im Seminar als im Coaching zum Einsatz kommt, ist der Vorschlag, den betroffenen Mitarbeiter doch mal selbst zu fragen. Nachdem man ihm (vermutlich nicht zum ersten Mal) mitgeteilt hat, welches Verhalten man immer wieder beobachtet und welche Schlüsse man daraus zieht („Mein Eindruck ist, dass Ihnen Ihre derzeitige Tätigkeit keine Freude macht, vermutlich sogar das Gegenteil, Sie eher frustriert...“), kommt die Frage: „Was müsste passieren, dass Sie morgens wieder mit Freude oder gar Begeisterung zur Arbeit kommen?“ Ergänzungsfragen lauten: „Was müsste sich an Ihrem Arbeitsplatz verändern, damit Sie gerne hier sind? Was könnte ich als Vorgesetzter dazu beitragen, dass...?“

Ja, ich weiß, total banal, eigentlich selbstverständlich. Wirklich? Ich habe viele Vorgesetzte erlebt, die diese Frage erst gar nicht stellen würden mit dem Argument: „Wir sind hier doch nicht auf einem Wunschkonzert. Was, wenn der Mitarbeiter mit unerfüllbaren Forderungen kommt? Am besten noch mit einer Gehaltserhöhung – nach dem Motto: Ich verweigere die Arbeit und will auch noch mehr Geld dafür!“

Oder auch eine beliebte Abwehrhaltung: „An dem Arbeitsplatz kann man gar nichts machen, das ist nun mal ein Job, der keinen Spaß macht.“

Mag sein, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es in der Regel nicht die Arbeit selbst ist (vorausgesetzt, sie ist nicht völlig sinnlos, was es auch gibt), welche die Motivation zerstört. Dementsprechend sind die Wünsche der Mitarbeiter auch alles andere als utopisch, wenn sie mit den vorgestellten Fragen konfrontiert werden.

„Und was ist, wenn die Wünsche einfach nicht zu erfüllen sind?“ Na, dann sind sie eben nicht zu erfüllen. Unternehmen sind eben kein Wunschkonzert. Aber was haben Sie zu verlieren? Maximal einen völlig demotivierten Mitarbeiter…

Aufgelesen

Das Geheimnis des Glücks
ist die Freiheit.
Das Geheimnis der Freiheit
aber ist der Mut.

Perikles (griechischer Staatsmann, 
490-429 vor unserer Zeitrechnung)

Aktuell: Neue Buchempfehlung

David Allen: Ich schaff das!

Selbstmanagement der neuen Generation

"Ich schaff das!" ist der lang ersehnte Nachfolgeband des Weltbestsellers "Wie ich die Dinge geregelt kriege".

David Allen ist der Meister der Effektivität. In seinem Weltbestseller "Wie ich die Dinge geregelt kriege" hat er beschrieben, wie man mit dem "ganzen Zeug" umgeht, das sich Tag für Tag aufstaut. Sein Ansatz ist denkbar einfach: Alles festhalten, einordnen (ganz wichtig!), auf Wiedervorlage legen, abhaken. Jetzt meldet er sich endlich wieder zu Wort.

Während es in seinem ersten Buch hauptsächlich um die Techniken ging, legt er jetzt den Schwerpunkt auf das Prinzip. Und das heißt kontrollieren und Perspektive gewinnen. Anwendbar für alle Lebens- und Arbeitsbereiche. Die wesentlichen Hilfsmittel sind Papier und Bleistift und einfache Aktenmappen. Gerade, weil Allen so simple Dinge wie den Umgang mit dem Terminkalender erklärt, ist sein Buch so praktisch. Es zeigt, wie wir den Kopf frei bekommen für das, was wirklich wichtig ist.

Fazit: Das Buch ist eine der besten Anleitungen dazu, Beruf und Alltag wieder unter Kontrolle zu bringen.

Gabal-Verlag, EUR 24,99

Mit folgendem Link können Sie bestellen:

http://www.morat-akademie.de/buchempfehlung 

 

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